|
|
|
 |
Sprachwissenschaftliches Institut
|
|
| |
 |
|
 |
|
| |
| |
|
Vortragsreihe des Sprachwissenschaftlichen Instituts
|
|
|
| Alle Interessenten sind zu den Vorträgen herzlich eingeladen! |
| Die Vorträge finden in der Regel donnerstags, 16-18, in GB3/159 statt. Ausnahmen davon sind bei den betreffenden Terminen vermerkt. |
Wintersemester 2011/12
| |
03.11.
|
Michael Piotrowski (Zürich): Die Digitalisierung der Sammlung Schweizerischer Rechtsquellen: Auf dem Weg zu einem mehrsprachigen historischen Korpus
|
17.11.
|
Susanne Reiterer (Wien): Mezzofanti's secret. A large-scale investigation into second language pronunciation aptitude in the light of neuroimaging and psychology
|
01.12.
|
Berthold Gröne (BKL, Meerbusch): Evidenzbasiertes Arbeiten in der Sprachtherapie
|
15.12.
|
Stefanie Abel (Aachen): Intakte und aphasische Wortproduktion
|
12.01.
|
Anke Lüdeling (Berlin): Syntaktische Muster in Texten des Deutschen als Fremdsprache
|
26.01.
|
Christa Röber (Freiburg): Schrift lehrt sprechen: Orate Sprache -- Schrift -- literate Sprache
|
Sommersemester 2011
| |
21.04.
|
Sonja Riesberg (Münster): Linking ohne Default --- Symmetrische Diathesen in der LFG
|
05.05.
|
Ludger Paschen (Bochum): Frikative im Adygeischen: Eine akustische Analyse
|
12.05.
|
Jane Morgan (Sheffield): The relative contribution of orthography and phonology to visual word recognition: Evidence from a developmental study of SMS short-cut processing
|
26.05.
|
Anke Holler (Göttingen): Unter Korrelatverdacht!
|
09.06.
|
Anton Benz (Berlin): On the Role of Errors and Feedback in Gricean Pragmatics
|
30.06.
|
Eva Breindl (Erlangen): Der Ausdruck von Kausalität im Deutschen. Zur Interaktion von Lexik, Kontextmerkmalen und Interpretation
|
14.07.
|
Hubert Haider (Salzburg): Von OV zu VO und zurück --- Infinitiv-Nominalisierungen als Testgelände
|
Wintersemester 2010/11
| |
28.10.
|
Alex Linden (INFOSteps GmbH): Crowdsourcing --- Ein neues Problemlöse-Tool in der Informatik und seine Anwendungen (u.a. in der KI)
Abstract...
Es gibt eine Menge interessanter Probleme, die man am besten wie folgt löst: Man nehme mehr oder weniger simple Kommunikationsmechanismen (ein Portal, Groupware, ein "Prediction Market", oder einfach auch nur ein AbstimmgerÀt wie bei "Wer wird MillionÀr?"), eine Gruppe diverser Leute, ein Ablaufschema, und ggf. noch ein wenig Statistik und "fertig". Die Klasse der Probleme, die man auf diese Weise sehr gut lösen kann ist sehr divers und reicht von Aufgaben der Zukunftsvorhersage, bis hin zur Mustererkennung, Semantik und allgemeiner Datenverarbeitung.
|
11.11.
|
Anna Stielow (Bochum): Minimale Interferenz in der Benenntherapie --- Eine Einzelfallstudie
Abstract...
Hintergrund: Ergebnisse von Dewar et al. (2009; 2010) zeigen, dass amnestische Patienten neue Informationen besser abrufen können, wenn nach dem Lernen eine Phase minimaler Interferenz, d.h. eine Ruhephase folgt. Die vorliegende Einzelfallstudie untersucht, inwieweit diese Ergebnisse auch für aphasische Patienten relevant sind und eine Ruhephase, unmittelbar nach einer Benenntherapiesitzung, Einfluss auf das Ergebnis haben kann.
Methode: Zum einen wurde eine Benenntherapie mit anschließender Ruhephase und zum anderen eine Benenntherapie mit Interferenzphase durchgeführt. Das Material bestand aus drei Sets mit je 35 Items, welche nach Wortfrequenz, Leistung in den Voruntersuchungen, Silbenanzahl, morphologischer Komplexität und semantischer Kategorie kontrolliert waren. Vor und nach der Therapie wurden Benennlatenzen erhoben. Pro Therapiesitzung wurden die Items eines Sets zweimal in randomisierter Reihenfolge präsentiert. Je nach Methode erfolgte nach dem ersten und zweiten Durchgang eine Ruhe- oder eine Interferenzphase.
Ergebnisse: Der Patient konnte nach der Therapie in beiden Methoden signifikant mehr Items korrekt benennen, als vor den Therapien. Die Benennleistungen för das Kontrollset verbesserten sich nicht. Die Anzahl der Hilfen und Fehler sowie die Reaktionszeiten ähnelten sich in beiden Methoden. Allerdings war die Ruhemethode nachhaltiger als die Interferenzmethode. Ein Vergleich zwischen den Methoden gibt Hinweise darauf, dass auch Aphasiker von einer Phase minimaler Interferenz unmittelbar nach der Therapie profitieren können.
|
25.11.
|
Judith Gottschalk (Bochum): N + N Komposita im Deutschen: Eine Role and Reference Grammar Analyse
Abstract...
In diesem Vortrag untersuche ich N + N Komposita im Deutschen innerhalb des theoretischen Frameworks der Role and Reference Grammar [RRG] (Van Valin und LaPolla 1997; Van Valin 2005). Grundlage fĂŒr meine Untersuchung der deutschen N + N Komposita ist die Layered Structure of the Word [LSW], wie sie von Nolan (to appear) entworfen wurde. Die LSW ist analog zur Layered Structure of the Clause [LSC] bzw. zur Layered Structure of the Noun Phrase [LSNP], wie sie in der RRG verwendet wird. Neben der Beschreibung der deutschen N + N Komposita untersuche ich in diesem Vortrag die Rolle des Lexikons, die Notwendigkeit einer semantischen Struktur basierend auf Pustejovskys Qualia Structures (Pustejovsky 1995) und die Verwendung von Vererbungshierarchien zur Beschreibung der Flexionsmorphologie und des Auftretens von Interfixen. Zudem wird die Notwendigkeit von morphologischen Constructional Schemata, wie sie ebenfalls in Nolan (to appear) verwendet werden, fĂŒr Lexeme diskutiert, die dem in der RRG verwendeten Syntactic Inventory sehr Ă€hnlich sind. Mit Hilfe der Constructional Schemata, die Teil der semantischen ReprĂ€sentation basierend auf Pustejovskys Qualia Structures sind, wird es möglich sein aufzuzeigen, wie LexikoneintrĂ€ge in einem Lexeme Store innerhalb des Lexikons aufgebaut sind. Hier werden, Ă€hnlich wie im Framework fĂŒr ein RRG-kompatibles Lexikon von Gottschalk (2010), Vererbungshierarchien, die auf nicht-monotoner Vererbung basieren, eine wichtige Rolle spielen. Ich werde zeigen, dass mein Ansatz fĂŒr die Analyse von N + N Komposita im Deutschen und hier besonders die Beschreibung basierend auf der LSW mit der RRG-Konzeption der LSC und der LSNP kompatibel ist.
Literatur
- Gottschalk, Judith (2010). Storage of linguistic knowledge in the mental lexicon: An approach within Role and Reference Grammar. In: ITB Journal, Issue 19. http://www.itb.ie/files/journal/issue-19.pdf.
- Gottschalk, Judith (to appear). N + N compounds in German: An analysis within Role and Reference Grammar.
- Nolan, Brian (to appear). The layered structure of the Modern Irish word: An RRG account of derivational and inflectional morphology.
- Pustejovsky, James. (1995). The Generative Lexicon. Cambridge, MA: MIT Press.
- Van Valin, Robert D.,Jr. (2005). Exploring the Syntax-Semantics Interface. Cambridge: Camridge University Press.
- Van Valin, Robert D., Jr. und Randy LaPolla (1997). Syntax: Structure, meaning and function. Cambridge: Cambridge University Press.
|
09.12.
|
Heike Zinsmeister (Konstanz): Konkurrenz ums Vorfeld -- Korpuslinguistische Ergebnisse zum Satzanfang im Deutschen
Abstract...
Deutsch ist eine Verbzweit-Sprache, was bedeutet, dass im Vorfeld vor
dem finiten Verb fast jede beliebige Konstituente auftreten kann.
Neben dem kanonischen Subjekt, vgl. (1), können auch Objekte, vgl.
(2), Adverbiale oder andere FunktionstrÀger, z.B. der Verbalkomplex in
(3), vor das finite Verb gestellt werden.
(1) Acht LĂ€nder bewarben sich fĂŒr die FuĂballweltmeisterschaften 2018 und 2022.
(2) Acht Bewerber gab es fĂŒr die FuĂballweltmeisterschaften 2018 und 2022.
(3) Beworben haben sollen sich insgesamt acht LĂ€nder.
Die konkrete Realisierung des Vorfelds ist zwar variabel, aber nicht
beliebig. Sie wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Ein
wichtiger Faktor ist die Informationsstruktur â die PrĂ€sentation von
alter und neuer Information und damit verbunden die referenzielle
Anbindung an den textuellen Kontext. Die Ă€uĂere Form der Konstituente
spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, ebenso ihre Semantik sowie die
grammatische Funktion, die sie im Satz einnimmt â in AbhĂ€ngigkeit von
den lexiko-semantischen Eigenschaften des PrÀdikats.
Im Vortrag stelle ich eine laufende Untersuchung zur Bestimmung der
relevanten Faktoren vor. Welche Faktoren haben einen signifikanten
Einfluss auf die Vorfeldbesetzung? Welche Faktoren korrelieren
miteinander? Um diese Fragen zu beantworten, werden logistische
Regressionsmodelle trainiert. Als Datengrundlage wurden Merkmale aus
der TĂŒbinger Baumbank TĂŒBa-D/Z extrahiert, die mit syntaktischer und
Koreferenzinformation annotiert ist. ZusÀtzlich wurde semantische
Information aus GermaNet ergÀnzt. Neben der Interpretation der Modelle
werden im Vortrag auch die Operationalisierung der linguistischen
Konzepte und die Merkmalsextraktion diskutiert.
|
20.01.
|
Stefan Evert (Osnabrück): Distributional Semantic Models and Language Change
Abstract...
Distributional semantic models (DSM) -- also known as "word space" or "distributional similarity" models -- are based on the assumption that the meaning of a word can (at least to a certain extent) be inferred from its usage, i.e. its distribution in text. Therefore, these models dynamically build semantic representations -- in the form of high-dimensional vector spaces -- through a statistical analysis of the contexts in which words occur. DSMs are a promising technique for solving the lexical acquisition bottleneck by unsupervised learning, and their distributed representation provides a cognitively plausible, robust and flexible architecture for the organisation and processing of semantic information.
Despite renewed interest and rapidly growing research activity in recent years -- as shown by the series of workshops on DSM at Context 2007, ESSLLI 2008, EACL 2009, CogSci 2009, NAACL-HLT 2010, ACL 2010, ESSLLI 2010 and ACL 2011 -- our understanding of the semantic knowledge encoded by DSMs, their full potential and their limitations is still incomplete. While these models have successfully been used in a wide range of NLP applications, it is therefore unclear whether distributional semantics can also provide new and valuable information for linguistic theory.
The first part of my talk is a general introduction to distributional semantics, including an overview of the many parameters of DSMs, the range of distributional representations they offer, as well as typical DSM applications and evaluation tasks.
In the second part of the talk, I present recent joint work with Cristina Sanchez Marco (UPF Barcelona) on semantic change in Spanish participial constructions. This study is based on a diachronic corpus of more than 40 million words in 651 documents from the 12th to the 20th century, annotated with parts of speech and lemmata. In addition to tracking the occurrence frequency of different participial constructions in the corpus, we explore the use of DSM representations to detect changes in their meaning and to uncover possible causes of semantic change.
|
27.01.
|
Lars Kuchinke (Bochum): Frühe emotionale Effekte in der visuellen Worterkennung
Abstract...
Die Lexikalische Entscheidungsaufgabe wird in der visuellen Worterkennung verwendet, um basale Leseprozesse abzubilden. In mehreren Studien konnten wir zeigen, dass sowohl die emotionale Valenz eines Wortes als auch das AusmaĂ des emotionalen Arousals eines Wortes einen Einfluss auf die Worterkennung haben (Kuchinke et al., 2005; 2007). Die Frage, wann und wie die emotionale Konnotation eines Wortes die visuelle Worterkennung beeinflusst, bleibt jedoch unklar. Es sollen dazu EEG-Befunde prĂ€sentiert werden, welche die Möglichkeit eines frĂŒhen Einflusses von Valenz und Arousal bereits um 100 ms nach Stimulus-Onset in temporoparietalen Hirnregionen nahelegen, und hinsichtlich verschiedener theoretischer ErklĂ€rungsmodelle prĂ€- und postlexikalischer Einflussmechanismen auf die visuelle Worterkennung diskutiert werden.
Kuchinke, L., Jacobs, A. M., Grubich, C., VĂ”, M. L.-H., Conrad, M., & Herrmann, M. (2005). Incidental effects of emotional valence in single word processing: An fMRI study. NeuroImage, 28, 1022-1032.
Kuchinke, L., Jacobs, A.M., Grubich, C., VĂ”, M.L.-H., Conrad, M., & Herrmann, M. (2007). Incidental effects of emotional valence in single word processing. In: Herrmann, M. & Thiel, Ch. (Eds.), Topics in advanced neuroimaging (pp. 31-34). Oldenburg: bis-Publishers.
|
03.02.
|
Daniela Elsner (Bochum): Guck mal, was ich mache -
Eine Analyse des hÀufigsten Matrixverbs in der Kindersprache
Abstract...
Momentan gibt es lediglich zwei Arbeiten, die sich mit der Frage
beschÀftigen, wie Kinder NebensÀtze erwerben. Rothweiler (1993) arbeitet
innerhalb eines generativen Ansatzes und stellt die These auf, dass die
Festlegung des Kopfparameters von IP verantwortlich ist fĂŒr den Erwerb der
Nebensatzstruktur. Diese Idee konnte aufgrund der ĂŒber CHILDES verfĂŒgbaren
Daten zurĂŒckgewiesen werden (vgl. Brandt 2010, Elsner im Druck). Brandt
(2010) auf der anderen Seite folgt einem kognitiv-funktionalen Ansatz und
untersucht die Entwicklung der Verbstellung in NebensÀtzen. Sie zieht den
Schluss, dass die Position des Verbs abhÀngig ist von der Form des
Matrixsatzes und des Matrixverbs.
Brandt (2010), Rothweiler (1993) und Elsner (im Druck) fanden heraus, dass
die hĂ€ufigsten Matrixverben bei allen Kindern identisch sind. DarĂŒber hinaus
beginnen die Kinder mit einer begrenzten Anzahl von Matrixverben, welche
nach und nach erweitert wird. Der Gebrauch des Wahrnehmungsverbs gucken ist
ĂŒberproportional hoch. Dabei fĂ€llt besonders auf, dass die meisten
MatrixsÀtze der Kinder die Form eines einfachen Imperativs (guck/guck mal)
haben. Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES Daten soll die komplexen
Konstruktionen mit gucken genauer beleuchten. In dem Vortrag wird versucht,
die Entwicklung von einfachen zu komplexen Konstruktionen nachzuvollziehen.
Weiterhin steht eine syntaktische Beschreibung der verschiedenen
gucken-Konstruktionen im Mittelpunkt. Diessel (2004) und Diessel/Tomasello
(2001) konnten fĂŒr englische Daten zeigen, dass Kinder zu Beginn formelhafte
MatrixsÀtze produzieren, woraus sich spÀter ein flexiblerer Gebrauch der
Matrixverben entwickelte. Es stellt sich die Frage, ob dieser Prozess auch
bei deutschsprachigen Kindern zu sehen ist.
Literatur
Brandt, S., Lieven, E., & Tomasello, M. (2010). Development of word order in German complement-clause constructions: Effects of input frequencies, lexical items, and discourse function. Language 86(3), 583â610.
Diessel, H. (2004). The Acquisition of Complex Sentences. Cambridge: Cambridge University Press.
Diessel, H., Tomasello, M. (2001). The acquisition of finite complement clauses in English: A usage based approach to the development of grammatical constructions. Cognitive Linguistics 12, 97-141.
Elsner, D. (in press). Guck mal, ich mache - FrĂŒhe Nebensatzkonstruktionen bei deutschsprachigen Kindern.
Rothweiler, M. (1993). Der Erwerb von NebensĂ€tzen im Deutschen. Eine Pilotstudie. TĂŒbingen: Niemeyer.
Daten
childes.psy.cmu.edu
|
Wintersemester 2009/10
| |
29.10.
|
Andre Hagenbruch (Bochum): 'A Little Semantics Goes a Long Way' oder wieviel Linguistik steckt eigentlich im Semantic Web
Abstract...
Das "Semantic Web" hat sich in den letzten Jahren zu einem prominenten buzzword in der Informatik und vielen angrenzenden Bereichen entwickelt. Ziel dieser Weiterentwicklung des herkömmlichen Webs ist die Nutzbarmachung des implizit in Dokumenten enthaltenen Weltwissens fĂŒr die Verarbeitung durch Software, sodass diese wiederum Menschen gezielter relevante Informationen liefern kann. In diesem Vortrag sollen die im Semantic Web derzeit fĂŒr die WissenreprĂ€sentation eingesetzten Komponenten vorgestellt werden, sodass sich ein Bild ĂŒber die Rolle ergibt, die der (Computer-)Linguistik bei der Verwirklichung dieser Vision zukommt.
ACHTUNG: Der Vortrag fällt leider aus und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt
|
10.11., 14-16
|
Ulrich Schade (Bonn): Computerlinguistische Applikationen in den Bereichen "Sicherheit" und "Katastrophenhilfe"
Abstract...
Apl. Prof. Dr. Ulrich Schade ist Projektleiter am Fraunhofer-Institut fĂŒr Kommunikation, Informationstechnik und Ergonomie (FKIE) in Wachtberg bei Bonn. Er bietet in seinem Vortrag Einblicke in Arbeiten, bei denen computerlinguistische Techniken genutzt werden. Im ersten Teil des Vortrags geht es um die Entwicklung einer kontrollierten Sprache, die als Grundlage fĂŒr die Kommunikation zwischen unterschiedlichen Organisationen im Fall der Katastrophenhilfe genutzt werden kann. Im zweiten Teil um die automatisierte UnterstĂŒtzung der Auswertung einer groĂen Menge von vorliegenden und einlaufenden Meldungen. Bei letzterem werden die Meldungen unter Zuhilfenahme von Informationsextraktion und einer spezifischen Ontologie in eine XML-Formalisierung der Sprache ĂŒberfĂŒhrt, die im ersten Teil vorgestellt und diskutiert wird. Auf dieser formalen ReprĂ€sentation können dann Auswertungsalgorithmen arbeiten.
(ACHTUNG: Dienstag, 14-16)
|
26.11.
|
Bernhard Schröder/Bernhard Fisseni (Duisburg-Essen): NICHTS ist passiert: freier Fokus, logisch und empirisch
Abstract...
Der Vortrag befasst sich mit der Rolle des freien Fokus in der (formalen) Pragmatik. ZunÀchst wird kurz der Begriff des Fokus und seine variierende Interpretation innerhalb der Sprachwissenschaft thematisiert. Dabei wird als Fokus zunÀchst die Antwort auf eine (potentiell nicht explizit gestellte) Hintergrundfrage verstanden, die (normalerweise) den Satzhauptakzent trÀgt. Im folgenden Satz etwa "nach Bochum": (Wohin fÀhrt Gerda?) Gerda fÀhrt morgen [nach Bochum]_F.
In der formalen Pragmatik werden zudem skalare Implikaturen diskutiert, die mit dem Fokus zusammenhĂ€ngen sollen und diesen als exhaustive Antwort auf die Hintergrundfrage interpretieren; etwa: das obige Beispiel implikiere, dass Gerda morgen *nicht* nach Essen oder Moskau fahre, sondern ausschlieĂlich nach Bochum. Wir werden formale Modellierungsmöglichkeiten derartiger Fokusinterpretationen vorstellen und diskutieren einige experimentelle Untersuchungen zum Fokus, die ĂŒberprĂŒfen, wie stark skalare Implikaturen mit dem Fokus zusammenhĂ€ngen. Ein wesentliches Ergebnis ist, dass epistemische Bedingungen in formal- pragmatischen Modellen v.a. des Fokus anders und stĂ€rker berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen, als bisher.
|
10.12., 10-12
|
Anna Littwin und Ellen Schuster (Bielefeld): Entwicklung eines Screenings zur ĂberprĂŒfung von Wortfindungsleistungen bei leichten Aphasien
Abstract...
Wortfindungsstörungen treten bei allen Aphasieformen auf. Gerade bei Patienten mit leichten Aphasien bzw. aphasischen Restsymptomen gelten sie als Leitsymptom. Viele Diagnoseinstrumente können Wortfindungsstörungen, die im Rahmen einer milden Aphasie auftreten jedoch nicht erfassen.
An diesem Punkt setzt die Studie an: Im Rahmen unserer Masterarbeit entwickelten wir ein Wortfindungsscreening fĂŒr Patienten mit leichten Aphasien bzw. Restsymptomen. Das Screening mit dem Namen WOFIS ĂŒberprĂŒft das semantische Merkmals- und Konzeptwissen und basiert auf empirisch fundierten Ergebnissen aus einer vorher von uns durchgefĂŒhrten Normierungsstudie. Damit unterscheidet es sich von den bisherigen Testverfahren, die auf nicht unmittelbar empirisch fundierten linguistischen Ăberlegungen zu semantischen Relationen beruhen.
Die Referenzdaten fĂŒr das WOFIS wurden mittels einer Altersnormstichprobe von 64 Probanden erhoben. Die Normsprecher hatten die Aufgabe, Merkmale zur Definition von GegenstĂ€nden zu genieren. FĂŒr die ermittelten semantischen Merkmale berechneten wir Relevanz, Dominanz, und DistinktivitĂ€t. Diese MaĂe, die in das von Sartori und Kollegen (2005) entwickelte semantische Relevanzmodell eingebettet sind, erlauben RĂŒckschlĂŒsse auf die interne Struktur und die Verarbeitungsmechanismen semantischer Informationen.
Mit den Daten aus der Normierungsstudie erstellten wir drei Screeningaufgaben fĂŒr das WOFIS, die in 30 bis 40 Minuten durchfĂŒhrbar sind. Die Aufgaben ĂŒberprĂŒfen sowohl die rezeptiven als auch die produktiven Leistungen der Patienten. Die KomplexitĂ€t steigert sich innerhalb der Aufgaben. Ăber die quantitative Auswertung des WOFIS kann der Schweregrad der Störung (leicht, mittelschwer oder schwer) eingeschĂ€tzt werden. ZusĂ€tzlich können auch qualitative Aussagen getroffen werden. Das fertig gestellte WOFIS wurde an zwei Patienten mit amnestischer Aphasie erprobt. Die Ergebnisse zeigten, dass das Screening sensitiv genug ist, um Störungen der semantisch-lexikalischen Verarbeitung aufzuzeigen. Im Fall der Patientin Frau B war es sogar sensitiv genug um eine rezeptive BeeintrĂ€chtigung zu ermitteln.
(ACHTUNG: geänderte Uhrzeit: 10-12)
|
14.01.
|
Jörg Jescheniak (Leipzig): Was vor dem Öffnen und Schließen des Mundes geschieht --- Kognitive Planungsprozesse beim Sprechen
Abstract...
Es gibt vielerlei empirische Evidenz dafür, dass während der Sprechplanung konzeptuelle, semantisch-syntaktische und phonologische Verarbeitungsprozesse involviert sind. Doch wie sind diese Teilprozesse zeitlich koordiniert? Handelt es sich um diskrete, d.h. nicht überlappende Prozesse (z.B. Levelt, Meyer, & Roelofs, 1999; Hagoort & Levelt, 2009) oder eher um kaskadierende bzw. interaktive Prozesse (z. B. Dell, 1986; Dell et al., 1997; Goldrick et al., 2009)? Dieser Frage wurde vor allem in Bildbenennungsexperimenten nachgegangen, in denen geprüft wurde, ob neben dem Zielkonzept (einem zu benennenden Objekt) auch andere Konzepte phonologisch aktiviert werden. In meinem Vortrag werde ich eine Reihe von Studien aus unserer Arbeitsgruppe vorstellen, die belegen, dass eine solche phonologische Koaktivierung möglich, aber nicht die Regel ist. Da ein solches Muster weder mit strikt diskret-seriellen noch mit uneingeschränkt kaskadierenden bzw. interaktiven Verarbeitungsmodellen kompatibel ist, sollten diese extremen Modelltypen verworfen werden. Für ein vertieftes theoretisches Verständnis erscheint es vielmehr zielführender, Augenmerk auf diejenigen Faktoren zu legen, die den Informationsfluss im konzeptuell-lexikalen System während der Sprechplanung regulieren.
|
26.01., 14:30-16:00
|
Hans van Halteren (Nijmegen): Text Classification, a walk down memory lane
Abstract...
In this talk I will present my excursions into the field of text classification, which partly also reflect the general developments which started some decades ago with a task called authorship attribution.
As for the classification task, authorship recognition is still a central one, being developed on collections with known authors and applied on collections with unknown authors, e.g. 14th century Dutch scribes. Apart from author identity, possible target classes can be properties of the authors such as gender, age, psychological profile or second language proficiency. Alternatively, the history of a text can be investigated, e.g. the source language of translations of speeches in the European Parliament.
As for the algorithms, there has been a development from traditional small feature sets paired with techniques such as PCA to enormous feature sets paired with techniques such as Support Vector Machines.
(ACHTUNG: Dienstag, 14:30-16:00)
|
Vortragsreihe Sommersemester 2009
| |
07.05.
|
Gerhard Jäger (Tübingen): Pragmatic rationalizability |
28.05.
|
Andrea Krott (Birmingham): The importance of analogy in language processing â the case of compound words
Abstract...
The aim of many linguistic investigations is to discover productive patterns of a language. Novel formations are often based on patterns that are very regular and can therefore easily be described by rules. But they can also be coined without the existence of a regular pattern, such as chocoholic, which is based on a small set of similar exemplars (alcoholic and workaholic). The process used to explain such formations is analogy. Due to seemingly accidental coinages, analogy is often viewed as an exceptional and rare process that stands in contrast to the productive formation of novel wordforms using rules (e.g., Pinker & Ullman, 2002). I will present a type of word formation that can only be captured by analogical mechanisms, namely noun-noun compounds such as landlady, airport or boy scout. I will show how analogy can systematically govern a whole category of words across different languages and how the same analogical basis can play a role in different domains of languages processing, from language acquisition to the coinage of new words. I will argue that analogy is a very powerful tool that is not rare and exceptional but frequently used and that can explain much more than accidental coinages.
|
25.06.
|
Rasha Abdel-Rahman (Berlin): Semantische Kontexteffekte und die Mikrostruktur der Sprachproduktion
Abstract...
Gedanken in Worte zu fassen ist eine alltĂ€gliche, hĂ€ufig mĂŒhelos erscheinende Anforderung. Dahinter steckt jedoch ein komplexes Zusammenspiel unterschiedlicher Prozesse von der Generierung einer vorsprachlichen Botschaft ĂŒber den Zugriff auf das mentale Lexikon bis hin zur Artikulation. Eine Serie behavioraler und elektro-physiologischer Experimente untersucht die Mikrostruktur und Netzwerkdynamik der Sprechplanung mit semantischen Kontexteffekten. Die Experimente zeigen, dass Sprachproduktion ein kompetitiver Prozess ist, wĂ€hrend dessen die Selektion einer geplanten ZielĂ€uĂerung mit semantischen Alternativen konkurriert. Dieser Konkurrenzmechanismus weist eine hohe Dynamik und situationsspezifische Formbarkeit auf.
|
09.07.
|
Edward Göbbel (Wuppertal): Optimale Rechtsversetzung im Englischen
Abstract...
Als Auslöser fĂŒr Rechtsversetzung wird meistens eine ganze Palette von Faktoren verantwortlich gemacht: die Informationsstruktur des Satzes, die KomplexitĂ€t der versetzten Konstituenten, das Behaghelsche Gesetz der wachsenden Glieder sowie Verarbeitungs- und Produktionsaspekte (s. Wasow 2002). In diesem Vortrag soll jedoch gezeigt werden, dass Rechtsbewegung auf phonologische BeschrĂ€nkungen zurĂŒckgefĂŒhrt werden kann, denn syntaktische KomplexitĂ€t und Fokusstrukur sind auf der prosodischen Struktur abgebildet. Somit kann Rechtsbewegung als "Anpassung" der syntaktischen Struktur an die Anforderungen phonologischer BeschrĂ€nkungen aufgefasst werden. Es soll auch gezeigt werden, dass defokussierte, nicht komplexe Konstituenten genauso gerne in einer rechtsperipheren Position stehen möchten. Der Grund dafĂŒr kann nur in phonologischen BeschrĂ€nkungen liegen, die die Verarbeitung defokussierter Konstituenten erleichtern. Die Konstruktionen, die ich berĂŒcksichtigen werde, sind Extraposition aus der NP, "heavy NP shift" und Extraposition von KomplementsĂ€tzen. Sie erfĂŒllen die phonologischen BeschrĂ€nkungen auf unterschiedliche Weise, entweder durch syntaktische Operationen oder durch PF-Bewegung.
|
23.07.
|
Stefan Schaden (Bochum): Regelbasierte Modellierung von fremdsprachlichen Akzenten für sprachtechnologische Anwendungen
Abstract...
Fremdsprachliche Akzente sind in den vergangenen Jahren verstĂ€rkt in den Fokus sprachtechnologischer Forschung getreten. Dabei wird nach neuen Methoden gesucht, um die Vielfalt der bei Nicht-Muttersprachlern auftretenden Aussprachevarianten in einer Weise systematisch zu beschreiben, die eine Integration in Anwendungen wie z.B. automatische Spracherkennung oder Sprachsynthese erlaubt. Der Vortrag berichtet ĂŒber ein mehrjĂ€hriges Forschungsprojekt, dessen Ziel darin lag, nicht-muttersprachliche Aussprachevarianten auf der Ebene der phonetischen Transkription mittels Regeln zu modellieren. Auf der Basis empirischer Daten wurde ein Modell einer regelbasierten Beschreibung charakteristischer Aussprachevarianten entwickelt. Dieses wurde anschlieĂend in ein Programm integriert, welches durch Anwendung spezialisierter RegelsĂ€tze in der Lage ist, Transkriptionen prototypischer Aussprachevarianten automatisch zu generieren. Auf diese Weise wurde ein Ansatz zur automatisierten Erstellung phonetischer Lexika geschaffen, die bei der Adaption sprachtechnologischer Systeme an nicht-muttersprachliche Nutzer eingesetzt werden können.
|
|
|
|
|
| |
| |
Seitenanfang
|
|
Letzte Änderung: Monday, 31-Oct-2011 11:14:16 CET
| Erstellt von:
Stefanie Dipper
|
|
|