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Berufschancen Linguistik

Die Wahl zwischen Bachelor- und Masterabschluss, zwischen dem Studium mit und ohne computerlinguistischen Schwerpunkt und schließlich die Möglichkeit der Kombination mit über 40 Fächern in der Bachelor- und optional auch in der Masterphase eröffnen eine Vielzahl beruflicher Perspektiven für die Absolventen unseres Instituts.

Die folgenden Kurzportraits sollen Ihnen einige der Möglichkeiten zeigen.

Rahel Beyer ist Doktorandin

Rahel Beyer

Ich habe von Oktober 2003 bis September 2005 an der Ruhr-Universität Bochum Linguistik ohne Schwerpunkt und Geschichtswissenschaft auf Bachelor studiert, obwohl ich keine richtige Vorstellung vom Fach und seinen Inhalten hatte. Jedoch hat mich die Beschäftigung mit Sprache ab dem ersten Semester so sehr begeistert, dass ich mich schließlich dazu entschied, in der Masterphase, die ich im März 2008 abschloss, die Einfach-Variante nur mit Linguistik zu belegen.

Nach dem Master habe ich zunächst zwei Praktika (auch im Ausland) absolviert, um auch außeruniversitäre Erfahrung zu sammeln. Seit Oktober 2009 bin ich nun für ein Promotionsstudium im Promotionskolleg „Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft“ der WWU Münster eingeschrieben und promoviere dort zum Thema „Generationsbedingte Variation im pfälzischen Sprachinseldialekt am Niederrhein“. Dafür war vor allem das Forschungsprojekt in der Masterphase eine sehr gute Vorbereitung, da ich in diesem Rahmen bereits eine erste empirische Untersuchung entworfen und durchgeführt habe.

Anna Peters ist Technische Redakteurin

Anna Peters

Zur Linguistik kam ich 2004 über George B. Shaws "Pygmalion": Der Professor, der anhand des Dialekts der Opernbesucher deren Geburtsort auf 100 m genau bestimmen konnte, hat mich fasziniert. Die Entscheidung war also reine Neigungssache.

Das B.A.-Studium der Linguistik und Philosophie habe ich im September 2007 abgeschlossen. Dann habe ich mich zunächst für einen Wechsel in die Praxis entschieden und bis August 2008 ein Volontariat in der Technischen Redaktion eines Medizingeräteherstellers absolviert. Damit habe ich mich gleichzeitig für den Masterstudiengang "Terminologie und Sprachtechnologie" an der FH Köln qualifiziert.

Hier durfte ich mich mit der maschinellen Verarbeitung von Sprache im Übersetzungskontext und in der Fachtexterstellung beschäftigen und lernen, wie man Softwareoberflächen übersetzt und wie Terminologiemanagement z. B. im Sprachendienst großer Konzerne funktioniert.

Ab September 2010 bin ich als Redakteurin für Prozessdokumentation, Terminologie- und Übersetzungsmanagement in der Zentrale eines Handelskonzerns für Tierbedarf angestellt. Auf dem Gebiet der Technischen Redaktion ist sowohl computerlinguistisches als auch allgemein linguistisches Wissen sehr gefragt. Typische linguistische Themen in diesem Beruf sind z. B.:

  • Verständlichkeitsforschung: wann ist ein Text leicht verständlich?
  • maschinelles Lektorat: wie funktioniert linguistische Analyse als Autorenunterstützung?
  • Übersetzungsmanagement: wie schreibt man einen übersetzungsgerechten Text?

Das Linguistikstudium kann eine Basis für sehr viele Berufsfelder im Bereich des Informationsmanagements darstellen und war daher in meinen Augen eine sehr gute Wahl.

Anna Stielow ist Doktorandin

Anna Stielow

Von Oktober 2005 bis März 2008 habe ich den Bachelor Linguistik ohne Schwerpunkt Computerlinguistik mit dem Zweitfach Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum studiert. Ich habe mich schon immer für Sprache und Sprachwissenschaft interessiert und habe mich daher zu einem Studium der Linguistik entschieden. Ab dem 3. Semester habe ich mich auf die Neurolinguistik/ Klinische Linguistik spezialisiert. Meinem Wunsch, die Klinische Linguistik noch mehr zu vertiefen, bin ich nachgegangen und studierte von Oktober 2008 bis September 2010 den Master Speech Science mit dem Schwerpunkt Klinische Linguistik an der Phillips-Universität Marburg.

Im Oktober 2010 bin ich wieder an die Uni Bochum zurückgekehrt und promoviere im Bereich Klinische Linguistik bei Frau Prof. Dr. Belke. Zudem arbeite ich nebenberuflich als akademische Sprachtherapeutin in einer logopädischen Praxis in Wuppertal.

Der Bachelor Linguistik in Bochum hat die Grundsteine für meinen Studienweg gelegt und mich sehr gut für den Master ausgebildet.

Karina Wilde ist PR-Volontärin

Karina Wilde

Ich habe von Oktober 2006 bis Mai 2009 an der Uni Bochum studiert und dort mit einem 2-Fach Bachelor Linguistik ohne Schwerpunkt Computerlinguistik und Medienwissenschaft mein Studium abgeschlossen. Ein Interesse für Sprachen hatte ich bereits, als ich klein war und in Verbindung mit meinem Wunsch, in der Pressarbeit tätig zu werden, waren die beiden Fächer in Kombination eine ideale Ergänzung.

Nach meinem Bachelor habe ich acht Monate als freies Mitglied in der Redaktion eines Magazins gearbeitet, bis ich Anfang 2010 ein Volontariat zur PR-Managerin bei der Schmuck- und Trauringmanufaktur Niessing begann. Dieses dauert insgesamt 18 Monate und beinhaltet umfangreiche Schulungen in der Theorie und Praxis der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Da ich bereits jetzt für die Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens verantwortlich bin, ist es hilfreich, bei den Pressetexten eine gewisse sprachliche Gewandtheit mitzubringen. Dies gibt mir zudem Sicherheit in der täglichen Zusammenarbeit mit der Presse.

Für meine beruflichen Aufgaben war die Kombination meiner Fächer ideal, um sowohl mit den Medien umgehen zu können, als auch beim täglichen Schreiben von Texten ein gewisses Know-How mitzubringen.

Björn Wilmsmann ist selbständiger Softwareentwickler

Björn Wilmsmann

Ich habe von Oktober 2003 bis Februar 2006 Linguistik mit Schwerpunkt Computerlinguistik und Anglistik als Zweitfach studiert. Nach meinen Bachelorabschluss habe ich bis Mai 2008 noch einen Master in Computerlinguistik gemacht.

Auf das Studium der Linguistik in Bochum bin ich gekommen, weil ich vorher bereits längere Zeit in der IT Branche tätig war. Weil ich den Teilbereich der maschinellen Sprachverarbeitung in der Informatik spannend fand und mich auch ansonsten für Sprachen interessiere, war der Schwerpunkt Computerlinguistik und die enge Kooperation mit dem Fachbereich für Angewandte Informatik an der Ruhr-Universität ein interessantes Angebot.

Noch während meines Studiums habe ich mich zusammen mit einem Kommilitonen über ein EXIST-SEED Stipendium, das am Sprachwissenschaftlichen Institut betreut wurde, im Bereich Suchmaschinensoftware selbständig gemacht.

Unser Unternehmen, die MetaSieve GmbH, ist immer noch in Universitätsnähe, am Technologiezentrum Ruhr, ansässig und bietet unter anderem Software und Know-How in den Bereichen Information Retrieval und Text Mining an.